Blog zum Projekt im Libanon

Sonntag 30.08.2015

Heute findet der Skateboard Contest statt, die Kinder und Jugendlichen sind teilweise von 80 km weit weg  angereist um teilzunehmen. Der Park liegt wunderschön gelegen in den Hügeln über Beirut - unter uns breitet sich die Stadt und weiterhinten das Meer aus, hinter uns ein reges Treiben von Skateboardern, BMXern und Inlineskatern, trotz der Hitze, die hält hier niemanden vom Skaten ab.

Wir werden behandelt wie VIP´s. Der Park liegt ein wenig außerhalb und wir fragen uns, wie die Kinder hier herkommen – wie auch immer, der Park werde täglich benutzt, erzählt Alfred der Besitzer.  Die Kleinsten sind etwa 6 Jahre alt, nach oben gibt es keine Grenze. Wir treffen Rowland, ein Skateboarder und  Sozialarbeiter  für die Kinder, er kennt sie alle mit Namen und begleitet ihre Geschichten.

Seit einigen Monaten hat der Besitzer einen syrischen Flüchtling bei sich beschäftigt, ein älterer, stiller, lieber Mann, der auf der Suche nach Arbeit war um sich und seinen  kleinen Sohn (etwa 8 Jahre alt) zu versorgen, über die Mutter können wir nichts in Erfahrung bringen. Vater und Sohn bilden ein eingespieltes Team, es ist schön zu beobachten, wie sie miteinander umgehen und dass sie hier ein „zu Hause“ gefunden haben.

Es  wird langsam dunkel, eine Metalband baut auf, die Jugendlichen feiern und fahren bis spät in die Nacht, die Flutlichter werden nur einmal kurz vom Stromausfall unterbrochen.

Bei der Preisverleihung kommt uns die Ehre zu teil die Pokale zu überreichen.

Alles in allem hier und da etwas chaotisch, aber sehr gelungener Contest. Diese Woche werden wir uns nochmal mit Alfred zusammensetzen und über eine Kooperation nachdenken.

Montag 31.08.2015

Montagmorgen, vor uns liegt eine Woche mit vielen offiziellen Meetings unterschiedlichster Institutionen.  Begonnen hat der Meetingmarathon bei „Right to Play“. Sie zeigen uns einen Kindergarten, der in einer seit 1948 bestehenden Flüchtlingssiedlung gelegen ist. Obwohl er nur wenige Kilometer entfernt liegt, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Auf 1 km² leben hier 40.000 Palästinenser, seit kurzem auch Syrier. Die Häuser sind stark  heruntergekommen und sehr baufällig, dicke Bündel voller Stromleitungen hängen hinunter, die Läden führen nur das Nötigste. Am Eingang stehen Wachmänner, es sei nicht gewünscht, dass die Flüchtlinge dieses Gebiet  verlassen.

 Der Kindergarten ist der einzige etwas größere und schattenspendende Platz an dem sich Kinder aufhalten können, Aggressivität sei ein großes Thema, fast jedes Kind trage Messer bei sich. Die Leiterin arbeitet seit 30 Jahren hier und könnte wohl 1000e Geschichten erzählen. Sie hätte Kapazität für über 400 Kinder, kann aber leider nur 200 betreuen, da das Gebäude baufällig und einsturzgefährdet ist. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Freizeitbeschäftigung für die Jugendlichen. Sie erzählt uns, dass Sport das Wichtigste sei und aus ihrer Erfahrung heraus die Kids dann sogar besser lernen würden.

Das haben wir doch schon mal gehört (hier ist das Video zum Bericht über skate-aid im ZDF Auslandsjournal). Vor allem aber hofft Sie, dass die Gewalt abnimmt, Skateboarden sei  dafür optimal. Dieses Skateboard ist manchen Kindern ein Begriff, andere schütteln mit dem Kopf. Mittags sind wir zum Essen eingeladen es gibt eine Delikatesse aus winzig kleinen Vögelchen, Torben würgt sie tapfer runter, ich (Meike) schaffe nicht mehr als einen förmlichen Anstandsbissen. Danach geht es weiter zu Save the Children, sie sind von unserer Idee begeistert und versprechen uns Unterstützung. Ein Spaziergang durch die Stadt bringt uns zurück nach Hause und wir tragen die Ergebnisse zusammen.

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