skate-aid

Twitter Facebook

Torben in Kenia
24. November bis 05. Dezember 2010

Reiseimpressionen


 

Tag 11: Sonntag, 5. Dezember 2010

16 Stunden später. Ich bin zurück aus Nairobi. Neben dem kulturellen Schock, den ich jedes Mal erlebe, wenn ich in unsere Überflussgesellschaft zurück komme, war diesmal der Temperaturschock von +30 °C und Sonne auf -5 °C und die weißen Landschaften als deutlich höher einzustufen…


 

Tag 10: Samstag, 4. Dezember 2010

Heute fand im Rahmen eines Rollsporttages an der französischen Schule das erste offizielle „Game of Skate“ in Kenia statt. Noch schnell ein paar Fotos gemacht und Interviews geführt und abends ging es dann zum Flughafen. Ich habe eine neue Liebe in Afrika entdeckt! Kenia… Ich freue mich auf die Umsetzung des Projektes, welches übrigens gleichzeitig meine Abschlussarbeit meines Masterstudienganges ist.


 

Tag 9: Freitag, 3. Dezember 2010

Der Freitag lief etwas ruhiger an. Ich habe schon einmal meine Tasche gepackt, wir haben noch einmal alles zusammengefasst und sind später auf den Markt gegangen, für die obligatorischen Geschenke für die Lieben zu Hause. Abends wurde mit Njenga und Daniel ordentlich auf die erfolgreiche und spannende Zeit gefeiert.


 

Tag 8: Donnerstag, 2. Dezember 2010

Heute stand der Besuch der deutschen Botschaft auf dem Plan. Frau Natascha Beinker, Councellor and Head of German Development Cooperation”, empfing uns. Eine äußerst freundliche junge Frau, der auch Titus ein Begriff ist.

Ich hätte niemals mit so einer entspannten Atmosphäre in einer deutschen Botschaft gerechnet. Sie gab uns verschiedene Tipps und Aussicht auf die Förderung aus dem Kleinprojektefördertopf der Botschaft. Also wieder ein Meeting mit erfolgreichem Ausgang!

Danach hab ich mich mit den Leuten und Partnern von Shangilia vom „Youth 2 Youth“-Programm getroffen. Deren Konzept sieht so aus, dass sie als übergeordnete Organisation die Jugend und ihre Interessen unterstützen. Jeder der will, kann unter Youth 2 Youth, je nach Interessenlage einen Club aufmachen. Egal ob Musik, Sport, Kultur oder was auch immer. Dafür müssen die Leute Mitglied im Youth 2 Youth werden. Gleichzeitig erhält jeder einen HIV-Test gratis und bekommt einen Crashkurs in Leadership. Genial!!! Wir werden über die Skateboarding Society of Kenya ebenfalls einen Club gründen und uns ihnen anschließen.

Abends haben wir zusammen mit den Leuten von Shangilia gegessen und die erfolgreiche Woche Revue passieren lassen.


 

Tag 7: Mittwoch, 1. Dezember 2010

Heute haben wir uns erneut mit Leo von der Skateboarding Society of Kenya getroffen, um den weiteren Ablauf zu klären. Wir haben ihn auch in die Pflege der Homepage eingewiesen. Leo hat mir dann noch den ersten Kenianischen Skateboard Shop gezeigt und wir sind einige gute Skatespots abgegangen. Skaten in der Stadt ist nur sonntags möglich. Zudem hat Daniel mich mit verschiedenen Personen von anderen Hilfsorganisationen connected. Sehr spannende und interessante Gespräche wurden da geführt.

Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum die Immobilienpreise in Nairobi in den letzten beiden Jahren explodiert sind. Es sind somalische Investoren, die zurzeit wohl alles aufkaufen. Woher haben die Somalier auf einmal so viel Geld? Fragt mal die deutschen Reedereien. ;-)


 

Tag 6: Dienstag, 30. November 2010

Heute Morgen haben wir uns mit dem Architekten der Schule getroffen, Baglin & Woods. Er geht normalerweise nur die richtig großen Projekte z.B. für die UN an. Das Meeting lief richtig gut. Wir erhalten alle Pläne und können sogar beim Schulbau und Skateparkbau die Maschinen teilen, um Kosten zu sparen.

Nachmittags ging es an die Nachbearbeitung des Ganzen.

Abends hatten Daniel und ich noch eine recht aufregende Erfahrung. Als wir nach Hause fuhren, waren aus dem nichts plötzlich zwei Autos hinter uns. Einer der Wagen wollte uns unbedingt überholen, obwohl wir schon über dem Speed Limit waren. Wir sind schneller gefahren, dachten wir uns doch, dass dies irgendwie nichts Gutes verheißt. Die beiden Autos hinter uns her und es entwickelte sich eine Verfolgungsjagd daraus. Wir haben vorher schon öfters gehört, dass genau wie hier, zwei Wagen einen einkesseln und man dann ausgebremst und beraubt wird. Erschießen ist nicht unmöglich. Da hatten wir jedoch so gar keine Lust drauf. Also haben wir Gas gegeben. Die Autos hinter uns auch und sie versuchten immer wieder uns zu überholen. Zum Glück tat sich eine Polizeistation vor uns auf, dessen Parkplatz wir als letzte Fluchtmöglichkeit genutzt haben. Die Autos bremsten ab, fuhren im Schritttempo an der Einfahrt vorbei und gaben Gas. Nach ner viertel Stunde haben wir uns auch wieder auf die Straße getraut und sind heim gefahren.


 

Tag 5: Montag, 29. November 2010

Nachdem es bis jetzt um Vorbereitung und Erkundschaften des Landes ging, begann heute der Meetingmarathon.

Zuerst trafen Daniel - der wohl Projektleiter vor Ort wird und skate-aid richtig gut unterstützen kann – und ich die Leute von unserer Partnerorganisation Shangilia. Nach einem ersten Beschnuppern, fuhren wir zu ihrem Projekt in das Slumgebiet Kangemi.

Wir bekamen eine Artistenvorstellung der Güteklasse A präsentiert. Shangilias Konzept ist neben der Unterbringung, Schulbildung und Verpflegung der Straßen- und Waisenkinder, die jungen Menschen vor allem über Musik, Kultur und Sport in ihrer Entwicklung zu fördern. Da passt Skaten natürlich perfekt rein!

Und sobald ich das mitgebrachte Skateboard ausgepackt hatte, wurde ich belagert von Kids und habe das erste Skatetraining durchgeführt. Die Freude und das Engagement waren einfach unglaublich! Und selbst als ich ne Pause brauchte, haben die Kids sich gegenseitig Hilfestellungen gegeben.

Danach fuhren wir zur Ortsbesichtigung des Grundstücks auf dem die neue Schule und die Skateboardanlage mit Basketballplatz gebaut werden sollen.

Am Abend waren wir dann bei der Vorsitzenden von „Shangilia Kenia“ zum Essen eingeladen. Ihr Mann ist zufällig der ehemalige Ostafrikaleiter von Unicef. Er betreut auch den neuen Schulbau von Shangilia vor Ort. Es ging für mich vor allem darum, ihnen die Möglichkeiten einer Skateboardanlage und alles drum herum zu erklären. Nach zwei Stunden waren sie begeistert und gaben ihren Segen.


 

Tag 4: Sonntag, 28. November 2010

Der Eintritt für den Nationalpark für Kenianer kostet ca. 3 Euro, der für Touristen 49 Euro. Es hat sich gelohnt, schaut euch einfach die Bilder an.


 

Tag 3: Samstag, 27. November 2010

Heute haben wir uns mit der Truppe der „Skateboarding Society of Kenya“ getroffen. Sie haben sich so sehr über unsere Pläne des Skateparkbaus gefreut! Denn momentan werden sie von fast allen guten Skatespots weg geschickt oder sollen Geld bezahlen, um z.B. auf einem Parkplatz fahren zu dürfen. Wir hatten ein tolles Gespräch und die Jungs sind richtig motiviert, sich aktiv an der Planung des Parks beteiligen. Zudem hat Daniel ihnen eine Homepage programmiert, die sie nun pflegen und nutzen können.

Danach trafen wir uns mit James, einem aufstrebenden jungen Kenianer. Der Bürgermeister Nairobis ist ein alter Freund der Familie und er wollte, nach dem ich ihm unser Projekt vorgestellt hatte, mir direkt ein Meeting verschaffen. Ich habe erstmal abgelehnt, da es noch zu früh dafür ist.

Am Abend ging es dann per Auto in das zwei Stunden entfernte Naikuru. Kenia ist bereits mein fünftes afrikanisches Land, doch ich habe noch nie eine Giraffe oder ein Nashorn gesehen. Diesmal nehme ich mir den Sonntag frei und fahre in den Nationalpark.


 

Tag 2: Donnerstag, 25. November 2010

Untergekommen bin ich im Hostel von YMCA. Dort ist es gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass eine Nacht 11 USD kostet. Und vor allem hatte ich - anders als in Uganda - nicht direkt eine Begegnung mit ner haarigen Spinne!

Trotz verschiedener Warnungen habe ich mich alleine in die Stadt getraut. Nach etwa zwei Stunden sprach mich ein junger Mann an. Er erzählte, er würde bald anfangen in Deutschland zu studieren und fragte mich, ob ich ihm ein paar Auskünfte geben könne. Na klar sagte ich ihm, doch im Gehen merkte ich schon, dass seine Fragen äußerst unspezifisch waren, was das Studium anging. Ich sagte: „Bevor wir jetzt weiter reden, ich werde Dir was auch immer Du mir erzählst, kein Geld geben.“ Daraufhin er: „Aber ich von Simbabwe über Tansania nach Kenia geflohen und brauche nur 1000 USD um rüber nach Deutschland zu fahren, mit dem Schiff.“

Noch bevor ich antworten konnte, steckte mir jemand unfreundliches von rechts einen Ausweis unter die Nase auf dem stand: „National Security“. Und schon hämmerten die Fragen auf mich ein: „Who are you? What are you doing here? Who is that? Did you give him any money?...” Ich meinte, ich bin Torben, komme aus Deutschland, keine Ahnung wer er ist und nein, ich habe ihm kein Geld gegeben und ich muss jetzt auch los.
Der Unfreundliche sagt, „hierbleiben und dass mit dem Geld ist gut“ (der andere „zukünftige Student“ wird in dem Moment von einer zweiten Person unsanft abgeführt). Denn dieser Mann sei vermutlich ein Terrorist und wenn ich ihm Geld gegeben hätte, würde ich direkt zur Polizei gebracht, wegen Unterstützung des Terrorismus in Kenia. AHA!
„Aber bitte bespreche das mit meinem Boss!“ Also kam ein zweiter großer Mann und wollte ein paar Schritte mit mir gehen und mich über die gefährlichen Leute aufklären. Dann sagte er, wir sollen doch mal in sein Büro gehen und er würde mir alles genau erklären. Da fing ich an ihm zu erklären, dass ich für eine wohl angesehene Wohltätigkeitorganisation hier bin und noch Treffen mit dem Bürgermeister, der Botschaft und dem Sportministerium habe und nun wirklich los müsse. Da änderte sich sein Blick, er sagte, ich solle vorsichtig sein und wir wünschten uns einen schönen Tag!

Wenn Euch das mal passiert, geht ja nicht mit ins Büro, denn dort wird man laut den Erzählungen der Locals solange festgehalten, bis man einen gewissen Betrag zahlt. Ich hatte mal wieder Glück!


 

Tag 1, Mittwoch, 24. November 2010

Drei Tage nach der skate-aid night saß ich schon im Flieger auf dem Weg nach Nairobi.

Diesmal hatte ich nicht so viel Glück mit dem Flug. Von Dubai nach Nairobi saß ein apathischer Junge neben mir, der neben seinen krankheitsbedingten Anfällen, mein Buch oder mein Essen immer mal wieder klaute und durch die Luft warf. Oder er verpasste mir auch gerne einfach mal eine Backpfeife. Aber man kann bei so einem Jungen ja nicht sauer werden. Der Versuch etwas Schlaf zu bekommen fiel natürlich auch aus.

Egal, am Flughafen in Nairobi wurde ich herzlichst empfangen. Im Vorfeld hatte ich regelmäßigen Kontakt mit Daniel Gluche, der gerade dabei ist, sich in Kenia ein zweites oder erstes Standbein aufzubauen. Unter anderem handelt er mit Wasseraufbereitungsanlagen. Er hatte mir den Kontakt zu Njenga vermittelt, der sich später noch als ausgesprochen nützlich heraus stellen sollte. Der Tag war auf jeden Fall gelaufen und mit einer guten Lektüre in der Hand bin ich eingeschlafen. Die ersten Eindrücke Nairobis: laut, dreckig, hektisch.