Deutschland, Münster

Geistschule

Die Situation

Millionen Menschen müssen unter Zwang ihren Wohnort und ihre Heimat verlassen und werden zu Flüchtlingen. Aufgrund fehlender Initiativen und Verständnis werden die vielen Individuen mit verschiedenen Herkunftsorten, Schicksalen, Sprachen, Qualifikationen und Biographien als eine homogene Gruppe wahrgenommen, sodass diese Gruppe im sozialen Zwischenraum lebt. Das hat nachweisbar Auswirkungen auf die psychosoziale Situation der betroffenen Person.

Auch in Münster leben ca. 55.000 Menschen mit Migrationshintergrund, das ist etwa ein Viertel von Münsters gesamter Bevölkerung. Während viele von ihnen hier schon seit mehreren Generationen ihr Zuhause gefunden haben, stellt sich die Situation gerade für zugereiste Kinder und Jugendliche schwieriger dar. Sie kommen, oft in der ohnehin schon unsicheren Phase des Erwachsenwerdens, in ein für sie gänzlich fremdes Land. Für sie bedeutet das, sich in eine neue Umgebung, neue Menschen und eine fremde Sprache einzufinden. Insbesondere die Sprachbarriere stellt ein großes Problem dar. Sprache bietet den Zugang in der noch fremden Umgebung, ist Voraussetzung, um Anschluss zu finden und sich untereinander zu verständigen. Und sie ist nicht zuletzt wichtig, um in der Schule dem Unterricht folgen zu können. Verpassen die Kinder und Jugendliche diesen Anschluss, hat dies oft große Bildungsdefizite, mangelnde Integration und schlechte Berufsaussichten zur Folge.

Das Projekt

In dem Kooperationsprojekt von skate-aid und der Geistschule Münster werden Kindern und Jugendlichen, die erst vor kurzem nach Münster gekommen sind, erste Sprachkompetenzen vermittelt. 15 Kinder und Jugendliche erhalten so einen sportlichen Zugang zu ihrer neuen Lebenswelt. Dafür findet jede Woche im „Skaters Palace“ Skateboard Training statt.

Beim Skateboarden kommen die Jugendlichen erst einmal ohne viele Worte aus. Ganz nebenbei wird die Sprachentwicklung gefördert. Denn die einzige Trainings-Sprache ist bei den Schülern aus verschiedensten Nationen Deutsch. Der integrative Ansatz steht beim Training im Vordergrund.

Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen in einer entspannten Atmosphäre schnell Vertrauen erfahren, neue Freunde finden, an sich selbst glauben, Mut haben und Münster als ihr neues Zuhause erobern.

 

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