Sudan, Khartum

Goethe Institut

Die Situation

Die Republik Sudan mit der Hauptstadt Khartum liegt in Nordafrika und gilt als Grenzland, im geographischen und kulturellen Sinne, zwischen arabischer Welt und Afrika südlich der Sahara. Seit 1956 ist das Land unabhängig von der englischen Kolonialherrschaft und heute leben ca. 40 Millionen Menschen dort. Im Gegensatz zu den Nachbarländern wie Ägypten im Norden und Äthiopien im Süd-Osten, ist der Sudan nicht als Urlaubsziel bekannt. In den vergangenen Jahren hörte man vor allem über den Sudan in den Medien in Bezug auf die Spaltung des Landes 2011 in den mehrheitlich muslimischen Norden und den mehrheitlich christlichen Süden, sowie die damit verbundenen Probleme, die Konflikte in Darfur und die vom internationalen Gerichtshof in Den Haag kommenden Vorwürfe gegen Präsident Omar al Bashir.

Die negative Berichterstattung überschattet das Potenzial und die Schönheit des Landes. In Khartum, der Hauptstadt mit ca. 2,5 Mio. EinwohnerInnen, verständigt man sich meistens in Sudanesisch-Arabisch, darüber hinaus werden über 50 andere Sprachen im Land gesprochen. Die Metropolregion besteht aus drei Städten: Khartum, Omdurman und Bahri. Sie sind getrennt durch den Weißen und den Blauen Nil, die dort zusammentreffen und Khartum den Namen „triangle capital“ verleihen. Es gibt eine Reihe von Jugendkulturen, die sich trotz des repressiven Systems mit Musik, Kunst und Literatur beschäftigen. Viele junge SudanesInnen arbeiten in sozialen Projekten und setzen sich für ihre Gesellschaft ein. Religiosität spielt eine große Rolle, neben den zahlreichen imposanten Moscheen, findet man auch Kirchen von verschiedenen Glaubensgemeinschaften wie den Kopten, Anglikanern und Katholiken.

Als AusländerIn fühlt man sich vielleicht anfangs in der ungewohnten Umgebung verloren, doch man findet schnell Anschluss, wird zu einer Hochzeit eingeladen, isst Falafel und Ful (Bohnen) auf der Straße und genießt die Aussicht am Nil. Musik, Bars, Alkohol und freizügige Kleidung sind in den Straßen Khartums nicht geduldet, deshalb haben sich andere Arten der Freizeitgestaltung entwickelt. Für Frauen ist es aber wie in vielen Teilen der Welt noch schwieriger, sich zu behaupten und eine eigenständige Persönlichkeit zu entfalten. Sportliche Betätigungen sind deshalb und auch wegen des extremen Klimas nicht sehr vielfältig. Doch man findet an vielen Orten Fussball, Kampfsport und Tennis. Der Sudan stellt eine besondere Mischung zwischen Elementen der afrikanischen und der arabischen Welt dar und ist einzigartig in seiner kulturellen und sprachlichen Vielfalt.

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