20.12.2013

Skateboardworkshop in Khartum

Tagebuch eines Skateworkshops in Khartum

Vierter Tag

Morgens um 10 Uhr treffen wir am Alsagaana Youth Center ein. Die Kinder sind schon alle da und erwarten uns sehnsüchtig. Diese neugierig wissbegierigen Blicke werde ich nie vergessen. Es waren viel zu viele Kinder. Wir hatten 20 Kinder abgemacht, über 40 waren da. Also teilten wir uns auf. Ein Teil lernte mit Larissa, wie man ein Skateboard zusammen baut. Die andere Gruppe lernte bei mir, wie man richtig fällt, damit man sich nichts bricht. Kaum zu glauben, aber ich habe mir in 16 Jahren Skateboarding nie was gebrochen, der Judo-Rolle sei Dank.

Fünfter und sechster Tag

Am Morgen empfingen uns bereits einige Eltern der Kinder, die uns berichteten, dass ihre Kinder zuhause nur noch vom Skateboardfahren redeten und schon früher als sonst aus dem Bett stiegen. Wir wiederholten erst nochmal eine Stunde alles vom Vortag und übten das eigenständige Fahren, also pushen, lenken und stoppen. Danach durften die Kinder und Jugendlichen frei skaten und Larissa zeigte ihnen auch den Unterschied zwischen Skateboard und Longboard. Am Ende des Tages belohnten wir sie mit einem Trick, den ich Half-Flip nenne. Sie waren begeistert und wollten ihn die ganze Zeit üben.

Siebter Tag

An diesem Tag schafften alle den Half-Flip – ich war begeistert! Wir übten im Anschluss einen Parcours zu fahren bei dem man links und rechts lenken, stoppen und drehen musste. Dies erwies sich als die schwierigste Aufgabe. Da einige es nach einer Stunde bereits sicher konnten, entschloss ich mich diese sechs, 4 Jungs und 2 Mädchen, einzeln zu unterrichten. Ich zeigte ihnen mit meinem 3-Schritte Verfahren, wie man einen Ollie macht. Ich konnte es nicht fassen zwei von Ihnen erlernten es an diesem Tag noch so gut, dass sie die erste Stufe runter springen konnten, während man bei den anderen schon erste gelungene Ollies sehen konnte – ich war beeindruckt.

Achter Tag

Das Amphitheater des Alsaganaa Youth Center war mit Stühlen für über 300 Personen von uns bestuhlt worden und die Bühne war mit DJ Pult und Lichttechnik vom Maakan Youth and Culture ausgestattet. Die Kids meisterten ihre kleine Show großartig und unser bester Schüler zeigte am Ende einen Ollie von einer Stufe runter. Das Publikum war aus dem Häuschen und Larissa und ich waren stolz auf das, was wir ihnen beigebracht hatten und die Kids wiederum waren stolz, dass sie ihr Können zeigen konnten und auch über ihre Zeugnisse. Mit schönen Erinnerungen im Gepäck und Lust auf mehr flog ich noch in dieser Nacht nach Hause und landete am nächsten Tag in Köln.