"Es war eine intensive Zeit"

Interview skate-aid-Aktivist Jörn Schürmann

Vier Monate war skate-aid-Aktivist Jörn Schürmann bei unserem Projekt in Kapstadt vor Ort. Der 31-Jährige hat nicht nur dafür gesorgt, dass die Rampen in gutem Zustand sind und die Kids täglich skaten können, er kümmerte sich auch darum, die lokalen Skater für das Projekt einzunehmen. Jetzt ist Jörn wieder in Deutschland – Zeit Luft zu holen und die Eindrücke wirken zu lassen. skate-aid hat mit dem Sportwissenschaftler gesprochen.

Wie kamst Du auf skate-aid und warum wolltest Du dich beteiligen?
Ich habe ein Interview mit Titus Dittmann über die skate-aid-Idee gesehen und ihn daraufhin angeschrieben, dass ich mich gerne einbringen würde. Die Idee des Projekts ist einfach gut, denn Sport an sich kann gerade in sozial schwierigen Gebieten Einiges bewegen und im Speziellen das Skaten bietet die Möglichkeit, die Kids aus diesen Gegenden zu erreichen, ihnen eine Perspektive aufzuzeigen und sowohl Werte als auch soziales Verhalten zu vermitteln. Zudem war es cool zu sehen, wie gut eine Individualsportart im Team funktionieren kann.

Wer oder was ist Dir in Deiner Zeit in Kapstadt besonders ans Herz gewachsen?
Auf jeden Fall die Kinder, da sich über die Zeit einfach ein gutes Verhältnis aufgebaut hat. Die Verbindung zu den Kids war vom ersten Tag an da und hat sich bis zum Ende gehalten. Die Zeit mit den Kids war intensiv, da wir fast täglich zusammen waren. Der ein oder andere Konflikt, den wir klären mussten, hat letztendlich dazu beigetragen, dass wir noch enger zusammen gerückt sind. So konnten wir ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen, wobei man trotzdem die Augen immer offen halten musste.;-).

Würdest Du noch einmal nach Südafrika gehen wollen? Auch für längere Zeit?
Wenn sich die Möglichkeit bietet, definitiv ja. Auch für längere Zeit.

Was hast Du rückblickend erreicht?
Es war schön, die Jugendlichen für das Projekt zu gewinnen und vor allen Dingen zu halten. Mir war es wichtig, die Interaktion mit den privilegierteren Skatern im Park zu fördern und den Park weiterhin frei zugänglich zu halten. Auf diese Weise haben wir den ein oder anderen Local für das Projekt eingenommen, so dass wir es mit Spendengeldern etc. weiter voranbringen konnten.

Wie sah Dein persönlicher Tagesablauf aus?
In der Ferienzeit und am Wochenende haben wir den Park um elf geöffnet und um halb sieben geschlossen. Die Kids kamen dann auch spätestens um elf und wir haben die Skateboards ausgegeben. Während der Zeit im Park habe ich ihnen die Basics gezeigt oder sie wurden von einem Local unterrichtet. Ansonsten haben wir diverse Sachen unternommen, sind Fahrrad gefahren, haben die Viertel der Kinder besucht, das Lager aufgeräumt, die Skateboards gepflegt oder einen Workshop gemacht. Während der Schulzeit habe ich morgens in der Schule ausgeholfen oder organisatorische Dinge für das Projekt geregelt. Mit dem Skaten ging es um drei Uhr mittags los, Ende war wieder halb sieben. Der Ablauf war ähnlich wie in den Ferien, nur dass zusätzlich einige Schüler des Salesian Instituts teilgenommen haben.

Welche Zukunftspläne hast Du?
Mein Ziel ist es, weiterhin in einem Bereich zu arbeiten, in dem es um Projekte mit Sportbezug geht, gerne auch wieder mit sozialem Hintergrund.