Als Freiwilliger von Endlichhofen nach Nairobi

Kiaro Hinz über Heimat, Hoffnungen und die Herzensangelegenheit Skateboarden

Um 7.30 Uhr ging am Freitagmorgen der Flieger.  Von Frankfurt am Main über London nach Nairobi. Kiaro Hinz aus Endlichhofen (Rheinland-Pfalz) tauscht für ein halbes Jahr seine vertraute Heimat gegen das Abenteuer in Kenia. Als Freiwilliger ist der 20-Jährige dort bis März für skate-aid im Einsatz. Vor der Abreise spricht er nun über seine Beweggründe, die Liebe zum Skateboarden und die hohe Bedeutung des sozialen Engagements in seinem Leben.

skate-aid: Lieber Kiaro, würdest du dich grundsätzlich als einen abenteuerlustigen Menschen beschreiben?

Kiaro: (lacht) Ja doch, das trifft sehr gut auf mich zu. Ich bin generell ein Typ, der gerne neue Herausforderungen im Leben sucht.

skate-aid: Gleichaltrige suchen nach der ersten eigenen Wohnung, einem Studien- oder Ausbildungsplatz. Du gehst zunächst einen anderen Weg?

Kiaro: Wie der Großteil meiner Freunde direkt ins Studium überzugehen schien mir nur wenig erstrebenswert und zufriedenstellend. Stattdessen wollte ich erstmal mehr von der Welt, den Menschen und mir selbst erfahren und lernen.

skate-aid: Kannst du näher darauf eingehen, was genau du erfahren und lernen möchtest?

Kiaro: Ich denke, dass ich eine große Chance habe mich persönlich weiterzuentwickeln und selbstständiger zu werden. Es geht ja in diesem Freiwilligendienst auch darum Verantwortung zu übernehmen und darauf freue ich mich. Zudem hoffe ich zeitgleich anderen Menschen helfen zu können und positiv zu deren Entwicklung beizutragen.

skate-aid: In deiner persönlichen Entwicklung hat irgendwann das Skateboard eine immer größere Rolle gespielt. Wie ist es dazu gekommen?

Kiaro: Ich habe zwei Brüder, die 22 und 15 Jahre alt sind. Wir haben schon immer viel Zeit gemeinsam verbracht, da sowohl unsere Mutter, als auch unser Vater arbeitsbedingt wenig Zuhause waren. Vor etwa vier bis fünf Jahren habe ich das Skaten für mich entdeckt und es seitdem als eine sehr erfüllende und kraftspendende Tätigkeit erlebt. Seither ist es eine Herzensangelegenheit für mich geworden.

skate-aid: Was spendet dir im Alltag außerdem Kraft?

Kiaro: Ich mache unheimlich gerne Musik. Seit etwa fünf Jahren spiele ich begeistert Gitarre und ein paar andere Instrumente. Außerdem gibt mir natürlich der Rückhalt meiner Familie Kraft.

skate-aid: Wie geht deine Familie mit deiner Entscheidung um als Freiwilliger nach Kenia zu reisen?

Kiaro: Meine Familie steht da glücklicherweise voll hinter mir. Natürlich machen sich meine Eltern auch ein wenig Sorgen, aber ich denke das ist normal, wenn man sein Kind zum ersten Mal ziehen lässt.

skate-aid: Wie bist zu überhaupt auf skate-aid gekommen?

Kiaro: Durch mein Interesse am Skaten habe ich skate-aid im Internet entdeckt. Das Konzept und die Projekte haben mir sofort gut gefallen. So entwickelte sich langsam der etwas konkretere Gedanke, ich könnte zum Beispiel für eine solche Organisation ins Ausland gehen, um dort meine Unterstützung und Mitarbeit anzubieten. Ich habe mich bei „skate-aid“ gemeldet, die mir einen Link zur Website des „EineWeltNetzes NRW“ geschickten haben. Dort fand ich das Projekt von „skate-aid“ in Kenia, welches sich für mich perfekt anhörte. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich dafür zu bewerben.

skate-aid: Und es hat geklappt. Wie genau sieht dein Aufgabenbereich in Kenia aus?

Kiaro: Ich bin für die Entwicklung und Durchführung verschiedener sportlicher Aktivitäten zuständig – natürlich in erster Linie als Skateboard-Trainer. Hinzu kommt natürlich die Betreuung der Kids untereinander, das Unterrichten der deutschen Sprache sowie die Öffentlichkeitsarbeit für unsere medialen Plattformen wie Facebook oder unsere Homepage.

skate-aid: Kiaro wir wünschen dir für deinen Aufenthalt alles Gute und bedanken uns bereits jetzt für dein Engagement für skate-aid. Wir sind sehr gespannt auf deine Berichterstattungen aus dem fernen Afrika.

Kiaro: Vielen Dank, dass bin ich auch.

Kiaro Hinz wird vor seiner Abreise von skate-aid-Anstifter Titus Dittmann verabschiedet

skate-aid entsendet eigenverantwortlich sowie gemeinsam mit dem Freiwilligendienst "weltwärts" ("Eine Welt Netz NRW") Freiwillige zu den Projekten nach Kenia, Südafrika und Bolivien. weltwärts ist ein Lernprogramm für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, die für 12 Monate in den Projekten mitarbeiten. Der Fokus liegt auf der Idee des interkulturellen Austauschs und des Globalen Lernens. Ausführliche Informationen zu den Angeboten und dem Bewerbungsverfahren gibt es hier