„Das Rückgeld von den Pommes geht in die Spendendose“

Seine große Leidenschaft sind Autos – insbesondere schnelle Autos auf Rennstrecken. Skateboarden hingegen ist „eigentlich nix für mich. Da kann ich gerade einmal drauf stehen“, sagt Daniel Wilms. Dennoch ist der 26-Jährige aus Werne seit vielen Jahren ehrenamtlicher Unterstützer der Wohltätigkeitsorganisation „skate-aid“. Warum es dem Heilerziehungspfleger dabei um weit mehr als das Brett mit den vier Rollen geht und wie er versucht seine persönlichen Träume mit skate-aid zu verknüpfen, hat er uns in einem kurzen Gespräch verraten. 

skate-aid: Lieber Daniel, es ist schon wieder November. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Wie war 2014 bisher für dich?

Daniel: Das ist wirklich unglaublich, wie schnell die Zeit immer vergeht. Ach, bis hierhin hatte ich alles in allem ein schönes Jahr. Die üblichen Höhen und Tiefen gehören dazu, aber ich bin sehr zufrieden.

skate-aid: Das hört sich gut an. Was steht in diesem Jahr noch an bei dir?

Daniel: (lacht) Ich hoffe einiges! Also klar der gewöhnliche Alltag mit der Arbeit aber ich freue mich auch auf meine freie Zeit und die Feiertage.

skate-aid: Und wie wirst du die freie Zeit nutzen?

Daniel: Das weiß ich noch nicht genau, aber  ich plane meinen Urlaub meist nach Events, bei denen skate-aid sich präsentiert. So wie viele Leute gerne verreisen widme ich meine Freizeit meiner Leidenschaft für und mit Autos. Das macht mir einfach eine Menge Spaß und ist für mich sozusagen Entspannung.

skate-aid:   Kannst du das näher erklären. Wie passen Autos und eine Wohltätigkeitsorganisation, die auf Skateboarding basiert für dich zusammen?

Daniel: Nun ja, beides fährt auf vier Rädern bzw. Rollen. Nein, Spaß beiseite – ich selber kann gerade einmal auf einem Skateboard stehen und vielleicht zwei Meter darauf fahren oder „pushen“, wie die Skateboarder sagen. Viel wichtiger ist doch, dass ich über meine Leidenschaft zum Auto auch meine eigene Persönlichkeit entwickelt habe – und eben darum geht es doch auch bei skate-aid. Dieser Grundansatz der Identitätsstiftung bei Kindern und Jugendlichen hat mir einfach sehr gefallen. Viele Hilfsorganisationen sammeln Spenden für Kleidung, Nahrung und  medizinische Versorgung. Das ist natürlich sehr wichtig, aber ich arbeite selbst als Heilerziehungspfleger mit Menschen zusammen. Daher weiß ich wie wichtig es ist, auch ganz praktisch zu arbeiten und Menschen für etwas zu begeistern und Ihnen neue Perspektiven in ihrem Alltag aufzuzeigen. Als Aktivist für skate-aid kann ich meine Leidenschaft und gutes Tun perfekt miteinander kombinieren.

skate-aid: Wie sieht das dann konkret aus?

Daniel: Ich stelle mich als Helfer bei Events zur Verfügung, um über skate-aid zu informieren. Am letzten Wochenende habe ich beispielsweise zum ersten Mal einen eigenen Event organisiert. Gemeinsam mit drei Freunden haben wir  Auto-Tuning-Fans auf einem Golfplatz zusammengeführt. Das Ganze lief unter dem Titel „Tuning meets Golfsport 2.0“. Unter den fast 400 Besuchern waren nun wirklich keine Skateboarder und wir konnten trotzdem an die 1000 Euro Spenden für skate-aid sammeln. Das ist ein tolles Gefühl.

skate-aid: Dein Einsatz ist mehr als lobenswert. Danke dafür Daniel! Wie ist denn überhaupt der Kontakt zu skate-aid entstanden?

Daniel: (lacht) Über Autos natürlich! Seit meinem vierten Lebensjahr besuche ich mit meinem Vater das 24-h-Rennen auf dem Nürburgring. Wir haben dort immer viele Fotos gemacht. Irgendwann habe ich angefangen aus den Bildern selbstständig Autos für die Spielekonsole X Box 360 zu designen. Vor etwa drei Jahren habe ich dann die Grüngas Viper von Titus Dittmann entdeckt und dieses ebenfalls nachgebaut. Titus war total begeistert von meiner Idee und meinem Einsatz. Seitdem engagiere ich mich regelmäßig für die Stiftung.  

skate-aid: Und das alles ehrenamtlich – nicht gerade selbstverständlich in einer Gesellschaft, wo jeder sich oftmals selbst der Nächste ist?

Daniel: Ja das stimmt – aber mir gibt es einfach ein tolles Gefühl Gutes tun zu können. Wenn ich mir mal eine Portion Pommes kaufe, geht des Rückgeld auch direkt in die skate-aid-Spendendose. Aus meiner Erfahrung weiß ich einfach, dass jeder Cent auch da ankommt wo er benötigt wird - und zwar bei den Kids. Vielleicht kann ich so auch einen ganz kleinen Teil dazu beisteuern, dass sie ihren Traum vom eigenen Skateboard verwirklichen.

Titus Dittmann (links) und Daniel Wilms (rechts) lernten sich 2011 beim 24h-Rennen auf dem Nürburging kennen.

skate-aid: Wie steht es um die Träume eines 26-jährigen Heilerziehungspflegers aus Werne?

Daniel: „Einmal mit der Viper ein paar Runden auf dem Nürburgring zu drehen wäre schon der Hammer. Aber realistisch gesehen wäre es schon toll, wenn ich langfristig eigene Events auf die Beine stellen und so helfen kann.“

skate-aid: Daniel, wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für deinen außerordentlichen Einsatz für unsere Stiftung bedanken und hoffen, dass du noch lange ein Teil der skate-aid-Familie bleibst!